Startseite | Oltmanns | Wilken | Stadtlander | Hollander | Willers

Bauervögte und Kirchspielvogtswahlen und dgl.

1814 Kirchspielvogtwahl, 1814 Vorschläge für Bauervögte, 1818-23 Belege als Bauervogt, 1832 Ernennung von Chr. Oltmanns, 1836 Entlassungsgesuch

6. Es wurden nachbenannte Ausschußmänner hiedurch angewiesen sich Mittwochs als am 5 Octobr d.J. Morgens um 10 Uhr hieselbst auf dem Amte persönlich einzufinden um zu vernehmen was wegen Ernennung eines Kirchspielvogts für das Kirchspiel Edewecht mit ihnen zu rechnen sein werde.

Johann Jeddeloh zu Edewecht, Johann Christian Bunjes, daselbst, Johann Ehlers, daselbst, Johann Friedrich Röben, daselbst, Ahlert Oltmer zu Osterscheps, Meine Christian Oltmer daselbst, Oltmann Ebcken zu Westerscheps, Ahlert Gehrels daselbst. Zwischenahn aus dem Amte am 1 Octbr. 1814 Erdmann

Insiunirt am 2 ten Octbr. 1814 an vorstehende Auschußmänner. D. Hoting.

......................................................................

7. Geschehen Zwischenahn auf dem Amte am 5 October 1814 Morgens 10 Uhr.

Da vermittelst der von der Höchst provisorischen Regierungs Comission wegen der am 16 Septbr. d.J. erlassenen allgemeinen Verfügung unter andere im § 4 in das für jedes Kirchsprengel ein anzustellenden Kirchspielvogts, daß jedes Kirchspiel über die Qualificationen des dazu in Vorschlag zu bringenden Subjects befragt werden solle, bestimmt und zu dem Ende aus jedem der beiden Kirchspiele dieses Amts ein großer Ausschuß auf heute worden, so fanden sich von den citirten Ausschußmännern hieselbst ein

A, aus dem Kirchspiel Edewecht: Johann Jeddeloh Hausmann zu Edewecht, Johann Christian Bunjes, desgleichen, jetzt Kirchjurat, Johann Ehlers, alter Köther zu Edewecht, Johann Friedrich Röben neuer Köther daselbst, Ahlert Oltmer Hausmann zu Osterscheps, Meine Christian Oltmer daselbst, alter Köther, Oltmann Ebcken Hausmann zu Westerscheps, Ahlert Gehrels daselbst, neuer Köther

B, aus dem Kirchspiel Zwischenahn [...]

Nachdem nun den Comparenten in Beziehung auf die erlassenen der Zweck ihrer heutigen Verabladung bekannt gemacht, ihnen auch nach Maßgabe Verfügung wegen der und Attributionen des zu bestellenden Kirchspielvogts. Das nöthige eröffnet worden, wurd der Ausschuß des Zwischenahner Kirchspiels vorläufig entlassen, um zuvörderst mit den Ausschußmännern des Edewechter Kirchspiels als das entlegenere Theils, die angeordnete Rücksprache zu nehmen. [...]

Es ward sodann denselben bemerklich gemacht daß außer dem gedachten Oelljen, auch noch über folgende Eingesessenen als den Hausmann und Krugwirth Eilert Oltmanns zu Edewecht, und Johann Bünting auf einer freien Stelle zu Edewecht dem Amte ebenfalls vortheilhafte Zeugnisse zugegangen seien. Comparenten erklärten darauf, daß beides allerdings sehr rechtschafende auch zu dem in frage stehenden Posten wohl qualificirte Subjecte seien, daß indessen Johann Büntign von dem Vorwurf welchen sie eben Oelljen gemacht, mehr oder weniger ebenfalls wohl nicht ganz freigesprochen werden könne. (zu sehr sein persönliches Interesse bedacht, wohl etwas eigennützig, bei Zwisten und Uneinigkeiten nicht als versöhnlich habe gezeigt...) Auch ihres Erachtens wohl noch zu unerfahren in diesen Geschäften und den Jahren noch zu jung sei. Dem Eilert Oltmanns hingegen wüßten sie durchaus nichts entgegen zu setzen, und hielten sich fest überzeugt daß seine Ernennung zu dem gedachten Posten dem ganzen Kirchspiel eben so angemeßen sein würde, als sie für sich nach ihrer gewissenhaften Ueberzeugung solches wünschen müßten. Nachdem nun Comparenten obiges wieder vorgelesen und von ihnen in allen Puncten genehmigt worden wurden sie entlassen.

......................................................................

[...]Dem Eilert Oltmanns steht nichts entgegen als daß er als Krugwirth ein Gewerbe treibt, welches im allgemeinen nicht von dem Vorwurf frei ist daß es wohl zu zankherischen durch den größeren oder geringeren Belang der Verzehrung ---- und Handlungen verleiten könne. Diese Bedenklichkeit scheint jedoch in dem gegenwärtigem fall keinen statt zu finden. Oltmanns ist ein sehr wohlhabender Mann, der über kleinliche Interessen erhaben sein kann, und daß er es ist am besten durch die allgemeine Achtung beurkundet derer er genießt. Als Geschäftsmann mag er freilich mit Oelljen nicht zu vergleichen sein, doch ist er auch als solcher nicht ganz ungeübt da er einen nicht unbedenklichen Handel treibt. Hiernach glaube ich dann, und bei dem durch das Organ des Ausschußes so deutlich ausgesprochenen Wunsche der Eingesessenen daß ihm vor Oelljen der Vorzug gebühre. [...]

......................................................................

Auf den Bericht des Amtmanns zu Zwischenahn vom 6ten d.M. wegen des daselbst anzustellender Kirchspiels-Vögte wird hiemittelst zurückgefügt, daß der Vorschlag des Johann Roggemann zum Kirchspielsvogt zu Zwischenahn genehmigt werde, er aber statt des Gastwirths Eilert Oltmanns sondersamst ein anderes tüchtiges Subject nahmhaft zu machen hat. Oldenburg aus der Regierung 1814 Oct. 15 Schloifer Grote

......................................................................

[...] wegen der Bestellung der Kirchspielvögte für die Kirchspiele Zwischenahn und Edewecht [...] daß statt des in Vorschlag gebrachten Eilert Oltmanns ein anderes tüchtiges Subject nahmhaft zu machen sei [...]. So mit citirt gewesen, Meine Christian Oltmer, alter Köther zu Osterscheps, war Krankheitshalber ausgeblieben. [...] in Vorschlag gebrachten Johann Bünting betreffe [...] sie vornämlich nur im Gegensatz zu Oelljen und Oltmanns verstanden hätten [...]. Bei dieser Lage der Sache und da nun einmal der Gastwirth Eilert Oltmanns den gewünschten Beifall höchsten Orts zu erlangen nicht vermochte, müßten sie also von dem jetzt wiederholt und zum erstenmal in Vorschlag gekommenen Subjecten die beiden letzten, Claussen und Bünting entschieden für die vorzüglichsten und unter diesen beiden wieder Bünting für den am meisten qualificirten halten. [...]

[Bemerkung: Johann Bünting wurde 1814 Edewechts erster Kirchspielvogt (Gemeindevorsteher oder ‘Bürgermeister’) und übte dies Amt bis 1832 aus.]

......................................................................

(vor 4. Dec. 1814 Bericht des Kirchspielvogts Bünting an das Herzogl. Amt zu Zwischenahn)

[...] In der Dorfschaft Edewecht sind, meinem Bedenken nach, zwey Bauervögte erforderlich, und hiezu würden sich nach der Ortsbeschaffenheit vorzüglich qualificiren:

für Süd-Edewecht der Hausmann Gerd Fickje und

für Nord-Edewecht der Hausmann und Gastwirth Eilerd Oltmanns [...]

(1815 war Dierk Heinje Bauervogt für Nord-Edewecht)

......................................................................

Im Jahr 1818 habe ich, nach vorhergegangene Ausverdingungen in der Bauerschaft Nord Edewecht, nach beygefügten Quitungen folgende Vorschüße geleistet, und ausbezahlt, als:

1./ laut Quitung Nro 1. wegen der sogenannten Landwehrsbrücke, für geliefertes Holz und Arbeitslohn

Gold 6 Rtr 12 gr

2./ laut Quitung Nro 2. wegen Verbesserung der Brücke im Vieh, für geliefertes Holz und eiserne Nägel Gold 1 Rtr 36 gr

3./ laut Quitung Nro 3. wegen Verbesserung der Brücke bey Joh. Janßen Gruben Hause Gold 60 gr

4./ laut Quitung Nro 4. wegen der Brücke im Vieh, imgl wegen der Brücke bey Joh. Janßen Gruben Hause, und wegen der Brücke über den sogenannten Neuen Streke Gold 8 Rtr 36 gr

Ferner habe ich geliefert zum Antheeren der Landwehrs Brücke 12 Pfund Theer Gold 42 gr

und für das desfällige Antheeren, an Harm Kruse, in Edewecht, ausbezahlt, Gold 18 gr Sma. Gold 17 Rtr 60 gr Edewecht 1819 März 12. der Bauervogt. Eilerd Oltmanns

......................................................................

Im Jahre 1819 und 1820 habe ich Unterzeichneter als damaliger Bauervogt von Nord Edewecht, wegen Reparirung der Brücken über der Landwehr, folgende Auslagen gehabt als

a./ Zur Reparirung der Hölzernen Brücke über der Landwehr habe geliefert 1819. Jul. 13, 1 Diele (: welche ich zu dem Ende von den Tischler Behrens gekauft,:) für 42 gr.

item für Verbesserung der Brücke, nebst desfällige eiserne Nägel 36 gr. Ferner

b./ 1820 im M. Juny, Zur Verbesserung der steinernen Brücke über der Landwehr (: habe gekauft zu Jeddeloh:) 100 Ziegelsteine für 54 gr.

für das Besorgen und Hinbringen an Ort und Stelle 18 gr.

und für Ausbesserung der Brücke an Lohmüller sen. bezahlt 18 gr.

imgleichen für 4 Scheffel Kalk dazu, begleicht mir 36 gr

Sma in Golde 2 Rtr 60 gr Edewecht 1823. Jul. 28. Eilerd Oltmanns

1823 Septbr. 27 erhalten vorstehende 2 Rtr 60 gr. Gold Eilerd Oltmanns

......................................................................

Nro 2.

Auf Order des Bauervogt Setje in Nord Edewecht habe zur Verbesserung der sogenannten Landwehrs Brücke geliefert wie folgt als

1822 Juny 13. 3 Tonnen Kalk, à Tonne 54 gr. Gold macht 2 Rtr 18

1823 Juny 25 2 Tonnen 4 Scheffel Kalk, à Tonne 48 gr. Gold macht 1 Rtr 56

Sma Gold 4 Rtr 2 gr

Diese Vier Rthr und 2 gr Gold habe, von den Bauervogt D.G. Setje richtig bezahlt erhalten. 1823 Jul. 27. Eilerd Oltmanns

......................................................................

Actum Zwischenahn, auf dem Amte 1832 July 3. Vormittags. Gegenwärtig der Oberamtmann Erdmann und der Amts-Auditor

Verabladet erschien der Gastwirth Christian Oltmanns zu Edewecht, um der Bauervogt für die Bauerschaft Nord-Edewecht an die Stelle des wegen Kränklichkeit abgegangenen Bauervogts Heinje bestellt zu werden.

Comparent leistete den gewöhnlichen Diensteid eines Bauervogts acta corporali ab, und wurde solchergestalt als Bauervogt für die Bauerschaft Nord-Edewecht bestellt.

Vorgelesen und genehmigt. Actum ut supra Schloifer.

......................................................................

Notif. dem Hausmann Joh. Heinje zu Edewecht daß statt seiner der Gastwirth Christian Oltmanns daselbst als Bauervogt für die Bauerschaft Nord-Edewecht heute bestellt sey, und wird Ersterem demnach aufgegeben, alle den Bauervogtsdienst betreffende in seinen Häusern befindlichen Papiere, seinem Dienstnachfolger dem Bauervogt Oltmanns zu überliefern.

......................................................................

An Großherzogliches Amt zu Zwischenahn

Gehorsamstes Entlassungsgesuch des Bauervogt Oltmanns zu Edewecht am 4 Juli 1836.

Der unterzeichnete Bauervogt ist nicht im Stande diesen Posten länger wahr zu nehmen, und zeigt er dies dem Großherzoglichen Amte hiemit an damit doch jetzt baldigst ein anderer Bauervogt bestellt werden möge. Christian Oltmanns.


Startseite | Oltmanns | Wilken | Stadtlander | Hollander | Willers