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Familie Oltmanns in Edewecht

Hinrich Oltmanns (1700-1766)

Hinrich Oltmanns (1700-1766), war ebenfalls wie sein Vater (Oltmann Frerichs, Sohn von Frerich Wilken aus der Familie Wilken in Edewecht) Heuermann in Edewecht und heiratete 1731 Fenke (1713-1741) Jeddeloh, Tochter des Köters Everd Evers gen. Jeddeloh zu Edewecht und der Wübke Jeddeloh. Fenke Jeddeloh starb am 12. August 1741 drei Tage nach der Entbindung ihres Sohnes Everd. Worauf hin Hinrich Oltmanns ein Jahr später 1742 in Edewecht Hille Lübben heiratete (1709-1753). Interessant ist, daß Hinrich Oltmanns um 1729 einen Antrag für fünf Placken (Landstücke) stellte, ob dieser durchkam ist mir nicht bekannt. Jedenfalls hatte er 1764 sogar eigenen Grundbesitz, und zwar zwei Schuppen, jedoch ohne Wohnhaus und obwohl er doch Heuermann war.

Evert Oltmanns (1741-1809) und Hofnachfolger

Evert Oltmanns (1741-1809) war zunächst auch Heuermann und wurde dann neuer Köter in Süd-Edewecht. Er heiratete 1766, nach dem Tode seines Vaters, Anna Röben (1746-1790), Tochter des Edewechter Köters Eilert Röben und der Beehle Harmen-Reil. Evert Oltmanns hatte zwei Söhne. Der älteste war Hinrich Oltmanns (1767-1840), ebenfalls Köter in Edewecht, wie sein Vater auf der gleichen Stelle. Dessen Sohn Evert (1791-1852) blieb ledig und vererbte den Hof an seinen Bruder Eilert Oltmanns (1798-1871), jener war erst Heuermann, dann Schuhmacher und Köter in Süd-Edewecht. Schuhmacher war ebenfalls dessen Sohn Hinrich August Oltmanns (1830-1872).

Nach dessen Tode erbten dessen 6 Kinder als testamentarische Erben zu je 1/6. 1885 wurde die Stelle noch weiter, und zwar an Kindeskinder geteilt. Bis schließlich 1895 die Stelle an Friedrich Gerhard Oltmanns übertragen wurde. Dieser verkaufte die Stelle 1898 an Heinrich Wiemken und kaufte sich ein neues Haus in der Nachbarschaft, wo auch Bäckerei betrieben wurde. Die Häuser wurden im Laufe des zweiten Weltkrieges zerstört.

Hinrich Augusts Sohn Johann Hinrich Oltmanns (1858-1928) war hingegen Schiffszimmermann in Rüstringen (Wilhelmshaven). Er hatte fünf Kinder: Martha (1890-1913), Anna (1893-1978) ledig, sowie Heinrich Oltmanns (1894-1973), der nach Amerika auswanderte und Abteilungsleiter der Scholl-Werke in Chicago wurde. Das vierte Kind Johann Wilhelm Martin Oltmanns geboren 1898 in Heppens (Amt Rüstringen), vh. 1923 in Wismar in Mecklenburg und gestorben 1958 in Aurich war Zollinspektor. Das fünfte Kind Willi Oltmanns (*1899, Hepens) war Verlagsbuchhändler in Leipzig.

Joh. Wilhelm Martin Oltmanns hatte zwei Kinder: Heinz Willi Oltmanns (*1928 Wismar), Bauingenieur in Emden und Christa Gesine Grete Oltmanns (*1925 Wismar) Fürsorgerin und verheiratet 1950 in Aurich mit Karl-Wilhelm Siegfried Erich Karbe (1923 Pritzwalk/Ostprignitz), Lehrer in Bremen. Beide haben sich sehr große Verdienste erworben, in dem sie den genalogischen Nachlaß des bekannten Westersteder Heimatforschers Heinrich Borgmann bearbeitet haben (um 1979). Es handelt sich um eine große Anzahl von Ahnentafeln und Stammlisten aus dem gesamten Ammerland, die auf über 3500 Schreibmaschinen-Seiten umgeschrieben, geordnet und registriert wurden. Dafür haben sie 6 1/2 Jahre ihrer Freizeit investiert. Ihr Bruder hat drei Kinder: Gerd Tamme (1956), J.W. Martin Oltmanns (1958) und Inge Annelore Oltmanns (1967, Emden).

Von Willi Oltmanns, Leipzig, ging eine weit verzweigte Familie im Ostteil Deutschland aus. Er selbst hatte 6 Kinder: (Leipzig:) Hildegard 1929, ledige Diplomgärtnerin; Brigitte 1934 Dipl. Kunsthistorikerin (unehelicher Sohn Eilert Johannes Oltmanns, 1966 Leipzig); Gertrud 1937-1943, Ingeborg 1941, Dr. med. Kinderärtztin in Jüterbog, Anne Marie 1945 Ökonomie Ingenieurin und Günther Oltmanns 1927, Pfarrer in Wechselburg (ehem. DDR), er hat ebenfalls sechs Kinder: (Leipzig:) Eckard 1954, Dietrich 1956, (Böhlen:) Roswitha 1957, (Deutschneudorf:) Gudrun 1959, Christoph 1962 und Gesine 1956.

Gastwirtschaft, Kornbrennerei und Hausmannshof von Eilert Oltmanns (1771-1842), Edewecht

Mit Evert Oltmanns (1741-1809) deutete sich schon der soziale Aufstieg in der Familie an, er verließ den Stand des Heuermanns, in den seine Vorväter schon für einige Generationen waren und wurde neuer Köter in Edewecht. Der jüngere Sohn Eilert setzte diesen Aufstieg in seinem Teil der Familie fort.

Eilerd Oltmanns (1771-1842), Sohn des Evert Oltmanns und der Anna Röben in Süd-Edewecht, heiratete 1797 Helene Oltmer (1776-1835), Tochter des Köters Meine Christian Oltmer und Gesche Wilken aus Osterscheps. Sie hatten insgesamt sieben Kinder. Der älteste Sohn war Meine Christian Oltmanns (1797-1879).

Interessant ist hier, daß der erste Sohn nicht, wie es sich nach der damals üblichen Regel gehörte, nach dem Großvater väterlicher Seits, sondern nach dem Großvater der mütterlichen Linie benannt wurde. Oft spielten bei einer solchen Abweichung die stärkeren Vermögensverhältnisse eine Rolle oder das junge Paar wohnte noch bei den Schwiegereltern oder sollte sogar dauernd deren Hof übernehmen. Der Vater des Vaters war neuer Köter in Edewecht, der Vater der Mutter hingegen Köter in Osterscheps und zwar auf einem alten Köterhof, den wiederum dessen Vater, der selbst einen alten Hausmannshof besaß für seinen jüngeren Sohn kaufte. So waren die Vorfahren von Helene Oltmer angesehene Hausleute in Osterscheps und Eilerd Oltmanns Vorfahren nur Heuerleute. Die erste Tochter von beiden hieß Anna (1799), die nach der Mutter des Vaters Anna Röben, wie es üblich war, benannt wurde. Anna Oltmanns heiratete 1821 den Glaser Johann Oltmer zu Edewecht. Bei der zweiten Tochter Gesche Helene (1801) läßt sich der Name von Helene Oltmer und ihrer Mutter Gesche Wilken wiedererkennen. Und bei den nächsten beiden Söhnen, die beide nicht einmal länger als ein Jahr lebten, beide Heinrich (1804-1805) und (1808-1809) wird eine Nennung nach dem Urgroßvater väterlicherseits deutlich, so taucht der Name Heinrich auch sonst sehr häufig in der Familie auf. Die dritte Tochter, zwischen den beiden Söhnen Heinrich, hieß Anna Margrete (1806), sogar ihr Name könnte einen Zusammenhang mit den Vorfahren haben, so hieß die Mutter von Meine Christian Oltmer Anna Margarete Töpken, Frau des Hausmanns Ahler Oltmer in Osterscheps. Anna Margrete heiratete 1832 den Schullehrer Claus Hinrich Hayen zu Dänikhorst. Der letzte Sohn schließlich hieß Eilerd (1810), nach dem Vater selbst, bzw. dem Urgroßvater Eilerd Röben benannt, Schwiegervater vom Großvater Evert Oltmanns. Anhand der Kinder von Eilerd Oltmanns, kann man sehen, daß jeder Vorname einen bestimmten Hintergrund hatte und oft von einem Vorfahren stammte, entweder bevorzugt von den Großeltern oder auch bei mehreren Kindern von den Urgroßeltern.

Eilert Oltmanns war zunächst Heuermann und etwa seit 1797 Pächter eines Kruges in Edewecht, der dem Schulhalter Harmjohanns in Osterscheps gehörte. Im Jahre 1809/10 mußte Eilert Oltmanns den gepachteten Krug an den Sohn des Verpächters abgeben. So bat er schon 1809 um die Verleihung einer Kruggerechtigkeit, und zwar jener die bisher dem Krüger Dierk Harm Lürßen in Edewecht zustand, und die 1810 aus der Pacht fiel. Durch ein Attest der beiden Untervögte Gerd Deye und Hinrich Oellien, sowie des Armenjuraten Harm Gerhard Claußen, führte er den Beweiß, daß Lürßen als Wirt durchaus ungeeignet sei, da in seinem Kruge höchstens ein Glas Genever zu haben sei. Die Oldenburger Regierung entschied, daß Lürßen seine Kruggerechtigkeit behalten könne, und daß Eilert Oltmanns eine neue Kruggerechtigkeit, die fünfte in Edewecht verliehen werde.

Die Schwierigkeit und das aufwendige Beweisverfahren um eine weitere Konzession, also einen weiteren Krug in Edewecht zuzulassen, mag an einem anderen Beispiel deutlich werden. Denn im Jahre 1795/1796, also 14 Jahre früher, wollte Jacob Wilhelm Struwe in Edewecht neben seiner Apotheke dort (später in Westerstede) eine Gastwirtschaft und Krämerei betreiben. Nun gab es in Edewecht auch damals bereits 4 Krüger, die Witwe Oetje Bünting, Johann Jeddeloh, Harm Reil und Brun Martens. Bis auf Martens erschienen diese zu einem von der Amtsverwaltung angesetzten Besprechungstermin, in welchen von den Edewechtern Krügern dargelegt wurde, daß sie in der Zulassung einer weiteren Gastwirtschaft eine Gefährdung ihrer eigenen Existenz sehen müßten. So scheiterte Struwe mit dem, was Eilert Oltmanns 14 Jahre später mit einem Trick gelang.

Zu dieser Kruggerechtigkeit wurde ein Heuer-Kontrakt abgeschlossen, und zwar zwischen dem Herzog von Oldenburg, Peter Friedrich Ludwig und Eilert Oltmanns. Dieser Kontrakt galt zunächst für 8 Jahre, von Mai 1810 bis Mai 1818, "auf dem von Eilert Oltmanns noch zu bauenden Krug auf Reins Erbe", worin auch die Wirtschaft ausgeübt werden.

Der Ausbau des Unternehmens lief weiter und im Jahre 1824 wurde, auf Ansuchen von Eilert Oltmanns, von den Verordneten der Großherzoglichen Oldenburgischen Regierung eine Konzession für eine Branntweinbrennerei, auf seiner eigenen Hofstelle, erteilt. Diese galt zunächst für zehn Jahre für Eilert Oltmanns.

Nach einer Volkszählung aus dem Jahre 1835, heißt es bei der Aufstellung der Berufs- und Erwerbsverhältnisse in der Gemeinde Edewecht, daß sich dort u.a. 15 Gastwirte, 2 Bierbrauer, 4 Branntweinbrenner, 18 Hökerer, 1 Kaufmann und 2 Ziegeleien befanden. 60 Jahre später folgt aus einer Industrie-und Handeslaufstellung, daß in der Gemeinde Edewecht 1895 5 Ziegeleien (Handbetrieb), 2 kleinere Brauereien ("Edewechter Weißbier" Schröder in Edewecht und Oltmer in Osterscheps), 1 Dampf-Branntweinbrennerei, 8 Korn-Windmühlen, 1 Korn-Wassermühle, 2 Korn-Dampfmühlen, 2 Säge-Dampfmühlen und 22 Wirtschaften und Kleinhandlungen (Hökereien) mit Spirituosen vorhanden waren.

Helene Oltmer starb am 25. November 1835 im Alter von 59 Jahren in Edewecht, wobei Eilert Oltmanns erst 6 1/2 Jahre später im Alter von 71 Jahren in Edewecht starb, jedoch nicht ohne einen letzten Willen hinterlassen zu haben. Zu Erben seines gesamten Vermögens, welches aus mehreren zu Edewecht belegenen Immobilien mit Beschlag und Eingut, sowie aus Capitalien bestand, setzte er seine sich damals noch am Leben befindlichen vier Kinder ein: Christian Oltmanns, Eilert Oltmanns, Anna Oltmer und Anna Margrete Hayen, beide geborene Oltmanns. Der älteste Sohn von ihnen, Christian, sollte Haupt- und Grunderbe seiner halben Hausmannsstelle zu Edewecht sein und als solcher seinen gesamten Nachlaß, dieser bestehe worin er wolle, unter alleiniger Verhaftung, für die nach seinem Tode auf demselben etwa haftenden Schulden, bekommen, muß davon aber seine drei Geschwister, außer der bereits "herausgekehrten" Geldsumme von 500 Rthlr. Gold und einem bereits erhaltenen Brautwagen, den er für jedes dieser Kinder auf circa 200 Rthr. anschlage, außerdem noch die Summe von 1500 Rthr. Gold heraus bezahlen, womit die Kinder von seinem Nachlaß gänzlich abgefunden sein sollten. Diese Abfindungssumme sollte Christian drei Monate nach dem Tode seines Vaters an seine drei Geschwister zahlen, ohne Zinsen. Auch bestimmte Eilert Oltmanns, daß dieser drei Monate nach seinem Tode 20 Rthr. Gold an die Specialdirection des Armenwesens zu Edewecht ausbezahlen sollte, um solche nach deren Ermessen unter die notdürftigsten Armen des Kirchspiels Edewechts zu verteilen.

Diesem Testament vom 12. August 1840 setzte er am 6. Mai 1842 schon kurz vor seinem Tode eine Nachfuge zu. Diese wurde vor dem Amt Zwischenahn im Hause von Eilert Oltmanns aufgenommen, innerhalb einer halben Stunde von 4 3/4 bis 5 1/4 Uhr. Eilert Oltmanns wurde in der Seitenstube seines Wohnhauses angetroffen "seiner Geisteskräfte nicht beraubt, jedoch erscheinend an einiger Gedächtnißschwäche leidend". Er wünschte eine Änderung seines Testamentes "in Erwägung mehrerer neuerdings erlittener Geldverluste".

Die Brautwagen welche seine Kinder Eilert, Anna und Anna Margrete bereits erhalten haben, und die zu je 200 Rthr. Gold angeschlagen wurden, sollten in die von dem Sohn Christian auszuzahlenden 1500 Rthr. Gold mit eingerechnet werden. Im Übrigen bestätigte er ausdrücklich alle in seinem Testament getroffenen Bestimmungen.

(Der älteste Sohn Meine Christian Oltmanns *13.10.1797 führte den Betrieb fort. Ihm gelang es 1868 die benachbarte Hausmannstelle Reil zu erweben und dazu die Ziegelei in Jeddeloh zu gründen. Die Ziegelei erbte später der älteste Sohn Hinrich. Die Gaststätte ging an den jüngeren Sohn Gerhard Oltmanns *29.11.1849, der diese weitervererbte an Friedrich Christian Oltmanns *12.5.1880, + 11.12.1948. Noch heute ist das "Hotel am Markt" in Edewecht im Besitz der Nachfahren, die dieses jedoch verpachten.)

Urkundenband zur Familie Oltmanns in Edewecht

Fotos zum Gasthof am Markt


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